| Inhalt | Die digitale Transformation stellt die öffentliche Verwaltung vor große Herausforderungen, bietet aber auch zahlreiche Chancen. Im Zeitalter von KI, Big Data und digitaler Vernetzung sind Verwaltungen gefordert, ihre Prozesse, Strukturen und Services grund-legend zu überdenken, um effizienter, bürgernäher und zukunftsfähig zu werden. Gleichzeitig stehen sie dabei vor komplexen Fragestellungen: Wie können digitale Technologien sinn-voll integriert werden? Welche organisatorischen und kulturellen Hürden müssen überwunden werden? Und wie kann verhindert werden, dass Digitalisierungsprojekte scheitern? Das Seminar „Digitale Transformation der öffentlichen Verwaltung“ bietet Studierenden die Möglichkeit, diese zentralen Fragestellungen praxisnah und wissenschaftlich fundiert zu bearbeiten. Ziel des Seminars ist es, die Studierenden für die Bedeutung der digitalen Transformation in der Verwaltung zu sensibilisieren und ihnen die Kompetenzen zu vermitteln, um diesen Wandel aktiv mitzugestalten. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Bereich KI in der öffentlichen Verwaltung. Das Seminar verbindet Theorie und Praxis: Die Studierenden untersuchen in Gruppen kommunale Fallbeispiele aus Baden-Württemberg. Durch Experteninterviews mit Vertretern von Städten wie Freiburg, Ulm oder Karlsruhe analysieren sie Best-Practice-Beispiele für erfolgreiche Digitalisierungsprojekte. Dabei untersuchen die Studierenden unter anderem folgende Fragestellungen: • Organisation: Wie ist das Thema Digitalisierung innerhalb der Kommunen organisiert (zentral vs. dezentral)? Welche Stellen sind dafür zuständig und wie arbeiten diese Stellen zusammen? • Digitalisierungsstrategie: Welche Handlungsfelder werden in der Digitalisierungsstrategie der untersuchten Stadt beschrieben? Existiert in den Kommunen ein strukturiertes Digitalisierungsmonitoring für die in der Strategie genannten Handlungsfelder und Projekte? Wie (zentral/dezentral, Portfoliomanagement, etc.) und nach welchen Kriterien (Kosten-Nutzen-Analyse) werden Digitalisierungsvorhaben stadtintern priorisiert (bspw. interne Prozessdigitalisierung vs. bürgernahe-Dienstleistungen vs. unternehmensnahe-Dienstleistungen)? Wie lässt sich der Digitalisierungsfortschritt im Vergleich zu anderen Kommunen messen (Stichwort: Reifegradmodell für den Digitalisierungsgrad)? • Online-Zugangsgesetzt (OZG): Wie ist der Stand der Digitalisierung im Kontext der OZG-Leistungen? Inwieweit gibt es bestehende Kooperationen mit dem GovTech Campus zur Skalierung von OZG-Leistungen? • Interkommunale Zusammenarbeit und Netzwerk: Welche interkommunalen Kooperationen bestehen im Bereich der Digitalisierung? Gibt es Anwendungen/digitale Lösungen, die von anderen Kommunen übernommen wurden? Wenn ja, welche? Welche weiteren Netzwerke bestehen im Bereich der Digitalisierung und welchen Beitrag liefern sie zur Verwaltungsdigitalisierung? Auf Basis ihrer Analysen entwickeln die Studierenden praxisnahe Handlungsempfehlungen für zukünftige Transformationsprozesse. Dabei reflektieren sie kritisch Erfolgsfaktoren und Barrieren der untersuchten Digitalisierungsinitiativen. Wie lassen sich die Barrieren & Erfolgsfaktoren sinnvoll clustern? Welche Ideen haben die untersuchten Kommunen, um die Digitalisierung zu beschleunigen? Wo sehen sie selbst den größten Hebel? Was brauchen Kommunen vom Bund/Land/der Bevölkerung/der Industrie damit die digitale Transformation gelingen kann?
Voraussetzungen - Bachelorabschluss - Belegung der Vorlesung Innovationsmanagement wird empfohlen |